• Zootierhilfe Nashorn Zoo Salzburg
    © Foto Zoo Salzburg
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  • Zootierhilfe Nashorn
    © Foto Akademie für Zoo- und Wildtierschutz e. V.
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Afrika | Berlin | Salzburg

Nashörner – Giganten in akuter Gefahr

Es ist fünf vor zwölf: Kaum ein anderes Säugetier auf der Welt ist so akut vom Aussterben bedroht wie das Nashorn. Die Akademie setzt sich seit 2013 zusammen mit dem IZW Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin im Zoo Salzburg für ein spezielles Artenschutz- und Erhaltungszuchtprojekt ein. Aus dieser Kooperation ist 2018 der Grundstein für ein Netzwerk aus verschiedenen Organisationen gelegt worden – mit dem Ziel, die Ausrottung dieser Spezies zu verhindern.

Es ist alarmierend: Seit 2011 ist kein einziges Nördliches Breitmaul-Nashorn mehr in freier Wildbahn gesichtet worden. Die letzten beiden bekannten Tiere dieser Nashornunterart auf der ganzen Welt werden derzeit von bewaffneten Sicherheitskräften rund um die Uhr bewacht, um sie vor Wilderei zu schützen. Bei ihren südlichen Verwandten sehen die Zahlen dank umfangreicher Schutzmaßnahmen besser aus: Rund 20 000 Individuen soll es noch geben. Dennoch sind auch sie massiv gefährdet. Offiziell ist der Handel mit dem Horn von Nashörnern seit etwa vier Jahrzehnten verboten. Doch weil man ihm, vor allem in China und Vietnam, heilende und aphrodisierende Wirkung zuschreibt, werden für die Hörner dieser Tiere auf dem Schwarzmarkt noch immer horrende Preise bezahlt. Deshalb laufen in Zoos wie dem von Salzburg spezielle Zuchtprogramme, um diese Spezies zu erhalten. 

In der Serengeti/Tansania setzt sich die Zoologische Gesellschaft Frankfurt für den Schutz und die Überwachung der letzten Tiere dieser Art ein. So bildet sie Ranger für eine Spezialeinheit für Nashornschutz aus, stellt Ausrüstung und Fahrzeuge, leistet logistische Unterstützung und arbeitet dabei eng mit dortigen Behörden, Institutionen und Tierschutzorganisationen zusammen. Die Akademie unterstützt sie dabei. 

Ebenfalls steht sie mit Rat und Tat der Nichtregierungsorganisation Kilimanjaro Animal C.R.E.W. bei, wenn es darum geht, verletzt aufgefundene Wildtiere zu versorgen – 2018 zum Beispiel ein Nashornkalb, das zusammen mit seiner Mutter im Ngorongoro-Krater von einem Löwenrudel attackiert wurde. Die Mutter flüchtete, das Kalb blieb verletzt zurück und musste mit einem speziellen Milchaustauscher, den die Akademie entwickelt hat, aufgepäppelt werden. Auch das ist als Beitrag zum Erhalt dieser Art zu verstehen.

Unterdessen hat die Akademie auch ihr seit 2013 beste-hendes Artenschutz- und Erhaltungszuchtprojekt im Zoo Salzburg fortgesetzt. Bereits 2013 hatte dies Akademie-Vorstand, Prof. Dr. Henning Wiesner, initiiert, der damals wegen seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Zooveterinär und Chef des Münchner Tierparks Hellabrunn von der Salzburger Zoodirektorin Sabine Grebner gebeten worden war, in Salzburg die wissenschaftliche, zoologische und tiermedizinische Beratung zu übernehmen. Dabei war es auch um den fehlenden Nachwuchs bei den dort lebenden Südlichen Breitmaul-Nashörnern gegangen. Bulle Athos hatte kein Interesse an seinen Artgenossinnen. 

Wiesner riet damals zur künstlichen Besamung und zur Zusammenarbeit mit dem weltweit renommierten Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin, stellte Fütterung und Haltung um und verordnete eine spezielle Phytotherapie zur Anregung der männlichen und weiblichen Keimdrüsen. Mit Erfolg: Auf diese Weise bekam der Zoo Salzburg gleich zwei Jungtiere, die sich wunderbar entwickelt haben und nun in einem anderen Tierpark für Nachwuchs sorgen.

Im Dezember 2017 wurden die Salzburger Nashornkühe, Yeti und Tamu, erneut besamt, wurden aber leider nicht trächtig, wie sich 2018 herausstellte.
Das zeigt, wie schwierig es ist, auch unter geschützten Zoobedingungen eine Art zu erhalten. Dennoch ist dies kein Grund, das Vorhaben aufzugeben: Die Bemühungen, im Zoo Salzburg für erneuten Nashorn-Nachwuchs zu sorgen, werden 2019 fortgesetzt. Eine weitere Ausweitung der Aktivitäten zum Schutz dieser massiv bedrohten Spezies soll ebenfalls folgen.

 Zoo-Geschäftsführerin Sabine Grebner freut sich über die Zusammenarbeit mit der Akademie für Zoo- und Wildtier-Schutz e. V.:

„Der Schutz und Erhalt von Nashörnern ist uns beiden ein wichtiges Anliegen. Bisherige Höhepunkte der Kooperation waren – dank der Unterstützung der Reproduktionsspezialisten des IZW´s – die erfolgreiche, künstliche Besamung unserer beiden Nashorn-Kühe Tamu und Yeti mit dem Samen unseres Breitmaulnashorn-Bullen Athos. 

Im Jahr 2015 kamen zwei gesunde Männchen zur Welt, die seit dem Sommer 2018 in einer Junggesellen-Gruppe in einem anderen EAZA-Zoo leben. Nun sollen unsere beiden Nashorn-Kühe wieder tragend werden. Deshalb steht uns die Akademie in Fragen der speziellen Fütterung und mit einer Phytotherapie für die optimale Vorbereitung einer künstlichen Besamung der beiden Weibchen wiederum zur Seite“. 

Kontakt

Akademie für Zoo- und Wildtierschutz e.V.
Osserstr. 44
81679 München - Germany
Telefon 089 99 88 68 50
Email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Über uns

Die Akademie unterstützt als gemeinnütziger Verein Tier-, Natur- und Artenschutzprojekte weltweit und generiert sich aus Spenden, die steuerlich absetzbar sind. Wir wollen dadurch auch bedrohten und in Not geratenen Tieren helfen, die finanziell nicht abgesichert sind.

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