Elfenbeinküste

Wer einst in den 1980ern das Abenteuer wagte, mit einem VW-Bus von Deutschland aus über Spanien und Marokko direkt und selbst nach Westafrika zu fahren, weiß noch um die Schönheit
eines ganz besonderen Landes, erzählt von den traumhaften Stränden, von den Nationalparks,
der üppigen Vegetation, den freundlichen Menschen und ihrer beeindruckenden Kultur:
der Elfenbeinküste.

Doch seit den bürgerkriegsähnlichen Zuständen Anfang des neuen Jahrtausends reißen die schlechten Nachrichten aus diesem Land in Europa nicht ab –dabei werden vor Ort längst viele Anstrengungen unternommen, um die Lage zu verbessern. Im Zoo der einstigen Hauptstadt Abidjan zum Beispiel.  Hilfe bekamen die Menschen und Tiere dieses Zoos nun sie von Dr. med. Julia Gräfin Maltzan von der Akademie für Zoo- und Wildtierschutz e.V.

Das Land mit dem geheimnisvoll klingenden und vielversprechenden Namen „Cote d’Ivoire“ gehört zwar noch immer zu den wirtschaftlich stärksten Ländern Westafrikas. Doch bedingt durch die vielen politischen Wirren und Auseinandersetzungen in dem Land, sind die Lebensbedingungen der Menschen dort noch immer wesentlich schlechter als in früheren Zeiten. Damals war der Zoo von Abidjan berühmt für seinen Tierbestand, vor allem mit seinen guten Nachzuchterfolgen von Zwergflußpferden, einer vom Aussterben bedrohten Tierart, erzielte er beachtliche Erfolge. Für die einheimische Bevölkerung stellte er zudem häufig die einzige Möglichkeit dar, mit den Themen Tier und Natur in Berührung zu kommen und mehr darüber zu erfahren.

Esperance-with-JuliawebAn diese Zeiten will man nun wieder anknüpfen und den Zoo sowohl in tiergärtnerischer als auch in veterinärmedizinischer Hinsicht zum Wohle von Mensch und Tier verbessern. Über Dave Morgan von der noch relativ neuen Tierschutzorganisation Wild Welfare kam der Kontakt zwischen der Akademie für Zoo- und Wildtierschutz e.V. und dem Zoo von Abidjan zustande. Im Juni 2013 flog Dr. med. vet. Julia Gräfin Maltzan nach Abidjan – im Gepäck eine ganze Reihe von Medikamenten, Anästhetika und zwei Blasrohren, die sie als Spende der Akademie für Zoo- und Wildtierschutz e.V. dort vor Ort übergab. In ihrem Koffer befand sich aber auch eine ganze Liste von Tieren, die sie untersuchen und behandeln sollte. Besonderes Augenmerk legte sie dabei auf die Primaten, deren Zustand ihr vom dortigen Zoologen Robert Champion als besorgniserregend geschildert wurde. Als erstes hieß es also, den Allgemeinzustand der verschiedenen Affenarten festzustellen – bei drei Schimpansen war beispielsweise der Verdacht auf eine Schimpansen-Syphilis aufgekommen. Allerdings benötigten auch andere Tiere dringend tierärztliche Versorgung – zum Beispiels  die Schildkröten, in deren Panzern Löcher gefunden worden waren und Krokodile, die Untergewicht zeigten und Wunden an ihren Körpern aufwiesen. Zudem sollte Dr. med.vet. Julia Gräfin Maltzan ein neues veterinärmedizinisches Konzept für den Zoo erarbeiten und die tierschonende Immobilisation und Behandlung von Tieren mit dem Blasrohr in einem speziellen Kurs vermitteln. Denn ohne Kenntnisse über die Technik, Ballistik und die Pharmazeutik ist diese Betäubungs- und Behandlungsmethode nicht anwendbar – und damit  viele tiermedizinisch Untersuchungen und Therapien unmöglich.

Nahezu rund um die Uhr war Dr. med.vet Julia Gräfin Maltzan in den acht Tagen vor Ort im Einsatz. Unermüdlich behandelte sie die Tiere, gab Ratschläge zu deren Haltung und Fütterung, und richtete zusammen mit den Mitarbeitern mit den bescheidenen Mitteln vor Ort einen Behandlungsraum nebst Apotheke ein. Die Akademie für Zoo- und Wildtierschutz e.V. will dem Zoo von Abidjan auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen – zum Wohl der einheimischen Bevölkerung und zum Wohl der Tiere, die dort leben.

Der Zoo von Abidjan

Der Zoo von Abidjan umfasst eine Fläche von gut 20 Hektar, nur sechs Hektar davon werden derzeit genutzt. Geplant ist allerdings, die verbleibenden 14 Hektar  neu zu gestalten.  Das langfristige Ziel, das im Zoo verfolgt wird, ist ambitioniert: Durch die neue Stabilität im Land und durch die Unterstützung des zuständigen Ministeriums wird die Hoffnung genährt, eines Tages der beste Zoo ganz Westafrikas zu werden. Die Mitarbeiter im Zoo sind jedenfalls hoch motiviert,  ihren Beitrag zu diesem Ziel zu leisten.

Welche Tiere leben im Zoo von Abidjan?

Zwergflußpferde, diverse Primaten, vor allem  westafrikanische Schimpansen, Buschböcke, Krokodile (Crocodylus cataphractus) , Waldelefanten, Hyänen, Leoparden, Sulcatta-Schildkröten und vieles mehr.

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Die Akademie unterstützt als gemeinnütziger Verein Tier-, Natur- und Artenschutzprojekte weltweit und generiert sich aus Spenden, die steuerlich absetzbar sind. Wir wollen dadurch auch bedrohten und in Not geratenen Tieren helfen, die finanziell nicht abgesichert sind. F icon.svg

Kontakt

Akademie für Zoo- und Wildtierschutz e.V.
Osserstr. 44
81679 München

Telefon 089 99 88 68 50
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