Armenien-Georgien

Er ist gut fünf Tonnen schwer – und seinen Namen trägt er zu Recht:
Der Elefantenbulle „Grand“, der vom Zoo in Yerevan/Armenien in den
Zoo von Tiflis/Georgien umziehen sollte.

Doch so ein Transport birgt viele Risiken in sich – für Tier und Mensch. Deshalb wurde die Akademie von den Verantwortlichen in Armenien und Georgien gebeten, die Reise des Elefanten zu begleiten. 

Für Prof. Dr. Henning Wiesner ist „Grand“ fast so etwas wie alter Bekannter. Vor einigen Jahren hatte er das Tier bereits im Zoo von Yerevan „kennengelernt“. Es handelt sich dabei um einen besonders großen, schweren und auch gefährlichen Elefantenbullen, der bereits in seiner „alten“ Heimat manch’ einen Tierpfleger in lebensbedrohliche Situationen gebracht hatte. Nach Georgien sollte Grand nun gebracht werden, um mit der dortigen Elefantenkuh für Nachwuchs zu sorgen. Zuvor allerdings wird er dort noch an seinen vereiterten Stoßzähnen operiert. Dr. Wiesner hatte bereits bei seinem ersten Besuch in Armenien vor einigen Jahren den dortigen Zoo in dieser Sache beraten. Umgesetzt werden kann diese Operation allerdings erst jetzt in Georgien.

Um Grand bei seiner schwierigen Reise dorthin tierärztlich zu betreuen, flogen Dr. Wiesner und Dr. Julia Gräfin Maltzan vom 10. Juni bis zum 13. Juni nach Armenien. Im Zoo von Yerevan hatte man den Transport von Grand von langer Hand geplant. So wurde der Elefantenbulle wochenlang von Tobias Dornbusch von der European Elephant Group darauf trainiert, mit seiner Transportbox vertraut zu werden und problemlos in sie hineinzusteigen.

Ein wichtiger Punkt, denn bevor Grand seine Reise antreten kann, muss er noch zum Fixieren der Transportketten, für eine Blutuntersuchung und zum Einsetzen eines Transponders immobilisiert werden. So ein Transponder ist eine Art Personalausweis, mit dessen Hilfe die Identität des Tieres zu keinem Zeitpunkt seines Lebens verfälscht werden kann. Das war nun die Aufgabe von Dr. Wiesner und Dr. Maltzan. Sie wendeten dabei eine ganz besonders tierfreundliche Methode an, die jedoch nur wenige Spezialisten beherrschen: die sogenannte „Standing Immobilisation“. Dabei geht das Tier nicht zu Boden, sondern bleibt stehen, was sein Herz und seinen Kreislauf schont und auch - angesichts der Größe und Schwere eines Elefanten – dazu beiträgt, mögliche Verletzungen an Gelenken oder Organen zu vermeiden.

Nach der geglückten Immobilisation des Tieres konnten die beiden Tierärzte von der Akademie für Zoo- und Wildtierschutz gefahrlos alle erforderlichen Untersuchungen des Elefantenbullen vornehmen, und gaben ihm anschließend ein Gegenmittel, um die Narkose wieder aufzuheben. Trotzdem galt es, das Tier dennoch leicht sediert zu belassen, um ihm den Transport nach Tiflis zu erleichtern. Auch während der stundenlangen Fahrt von Armenien nach Georgien waren Dr. Wiesner und Dr. Maltzan unermüdlich im Einsatz, um den Zustand von Grand zu überwachen und regelmäßig zu kontrollieren. Als der Transport, bis zur Grenze von der armenischen Polizei eskortiert, schließlich Tiflis erreichte, waren alle glücklich: Mensch und Tier hatten die Reise bestens überstanden. Grand stieg allerdings erst aus seiner Transportbox aus, als er durch den Duft der Elefantendame dazu animiert wurde. Dr. Maltzan und Dr. Wiesner fuhren anschließend wieder mit dem Auto nach Yerevan zurück, um von dort aus wieder nach Deutschland zu fliegen. Auch für den Transport des jungen Elefantenbullen, der nun im Gegenzug von Georgien an Armenien abgegeben wird, wurde die Akademie wieder angefragt.

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