Ägypten und der Kampf um Mouza

Die Diagnose war erschreckend: Die Schimpansin Mouza litt an einer sehr seltenen angeborenen Krankheit, die ihr einen Riesentumor im Kopf-Nackenbereich wachsen ließ.

Es handelt sich dabei um eine Fehlbildung im embryonalen Stadium (Branchiogene Zyste/Hamartom). Um diesem Tier und noch anderen im Zoo Kairo zu helfen, reisten Dr. Julia Gräfin Maltzan und Prof. Dr. Henning Wiesner im Frühjahr nach Ägypten. Mit dabei war der erfahrene Veterinärchirurg Prof. Dr. Roberto Köstlin, der Mouza operieren sollte.

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Schon bei der Ankunft im Zoo zeigte sich bei der Schimpansin eine weitere Verschlechterung ihres Zustands. Der Juckreiz an dem durch den Tumor komplett veränderten Gewebe war offenbar so stark, dass sich das Tier permanent kratzte. Dadurch war es zu einer eitrigen Infektion des tumorösen Gewebes gekommen – einem lebensbedrohlichen Zustand, der eines sofortigen chirurgischen Eingriff bedurfte. Leider hatte der zirka 15 Kilogramm schwere Tumor das Herz der armen Mouza so geschwächt, dass sie den Eingriff nicht überlebte. Der Tod war allerdings eine Erlösung für das Tier: Wie sich bei der Obduktion herausstellte, wäre es innerhalb kurzer Zeit qualvoll verendet.

Auch für routinierte Veterinäre ist so ein trauriges Erlebnis nicht einfach zu verkraften.

Dennoch widmeten sich die drei Tierärzte gleich am nächsten Tag all den anderen Tieren, die dort ihre Hilfe benötigten, wie den Schildkröten, einer Grünen Meerkatze oder auch den Elefanten, für die die Tierärzte neue und artgerechtere Fütterungspläne erstellten.

Von den Aktivitäten der beiden Veterinäre im Zoo Kairo hatten Prof. Dr. Mohamed Saleh von der Universität Kairo und Prof. Dr. Atef Mohamed Kamel, Head of Wildlife & Zoo Medicine an der Suez Canal University in Ismailia, erfahren. Letzterer ist an der Grundlagenforschung im Nationalpark Gebel Elba beteiligt. In einem Rückzugsgebiet dort leben nubische Wildesel, eine Spezies, die hochgradig vom Aussterben bedroht ist.

Der nubische Wildesel ist der Vorfahre aller Hauseselrassen. Professor Dr. Atef Kamel wandte sich an die Akademie und bat sie um Unterstützung beim Schutz dieser Tiere. Dr. Julia Gräfin Maltzan und Prof. Dr. Henning Wiesner werden eine erste Bestandsanalyse des Gebiets und seiner Wildesel-Population in 2016 vornehmen. ■

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