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Kondor – Bote der Freiheit und des Friedens

Er steht für Mut, Weitsicht, Kraft, Stolz und Freiheitsliebe: der Kondor. Deshalb spielt dieser Vogel – wie der Adler in Europa – im Selbstverständnis der Andenstaaten eine ganz besondere Rolle. Die Akademie hat im Zoo von La Paz ein in dieser Form einzigartiges Projekt zum Schutz des stark vom Aussterben bedrohten „Königs der Lüfte“ Südamerikas initiiert.

Bereits 2013 war Prof. Dr. Henning Wiesner zusammen mit der Tierärztin Dr. Miriam Wiesner und der Ethnologin Alexandra Falter nach Bolivien gereist, um den Zoo von La Paz in veterinärmedizinischen und tiergärtnerischen Fragen zu unterstützen. Im Rahmen dieser Reise war es neben einem Kurs zur Distanzimmobilisation mit dem Blasrohr auch ganz speziell um den fehlenden Nachwuchs bei den Kondoren gegangen. Henning Wiesner gab damals explizite Tipps, wie die Haltungsbedingungen dieser recht sensiblen Tiere verbessert werden können: So empfahl er, die Fütterung umzustellen und auf ein für diese Vogelart abgestimmtes Verhältnis von Calcium und Phosphor sowie auf ausreichend Spurenelemente und Vitamine im Futter zu achten. Zudem sollten brutwillige Tiere von ihren Artgenossen getrennt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt waren alle Tiere gemeinsam in einer Voliere gehalten worden.

Mit der Trennung sollten die Vögel den nötigen Rückzugsraum erhalten, um in Ruhe zu brüten und ihre Jungen aufzuziehen – etwas, was bislang im Zoo von La Paz nicht gelungen war. Aus diesen Empfehlungen entstand das Projekt Kondor. Die Idee dahinter ist ein Erhaltungszuchtprogramm für das Wappentier der Andenstaaten, das in Zukunft wieder frei über La Paz fliegen soll – sichtbar für jeden. Zum Projekt gehört es auch, den Menschen profundes Wissen über diese Tierart zu vermitteln. Denn nur so ist der Kondor in freier Natur zu schützen.

Dieser Aasfresser gilt in seinem gesamten Verbreitungsgebiet als „bedroht“; vor allem im nördlichen Bereich, also
in Ländern wie Venezuela und Kolumbien ist er sehr selten geworden. Die Anden-Kondore werden meist vom Menschen vergiftet, mit der Begründung, sie würden sich an Nutzvieh vergreifen. Erschwerend für den Fortbestand der Art ist noch, dass Kondore bis zu 40 Jahre alt werden können, die Geschlechtsreife aber erst mit fünf bis sechs Jahren erreichen, um dann nur alle zwei Jahre ein Jungtier aufzuziehen. Den Auswilderungs-programmen von Zoos kommt daher besondere Bedeutung zu.

Umso erfreulicher ist die Nachricht, die die Akademie im Dezember 2016 aus La Paz erhalten hat: Nach der empfohlenen Umstellung der Haltungs- und Fütterungsbedingungen bei den Kondoren ist am 20. Dezember das erste Küken in der Geschichte des dortigen Zoos geschlüpft. Es heißt Illimani und entwickelt sich bis dato prächtig.

 

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