Nashörner – der Kampf um ihr Überleben

Offiziell ist der Handel mit dem Horn von Nashörnern seit etwa vier Jahrzehnten verboten. Doch weil man ihm, vor allem in China und Vietnam, heilende und aphrodisierende Wirkung zuschreibt, werden für das Horn von Nashörnern auf dem Schwarzmarkt horrende Preise bezahlt – mit fatalen Folgen: Diese Tierart steht unmittelbar vor der Ausrottung.

Seit 2013 setzt sich die Akademie für Zoo- und Wildtierschutz für den Schutz der massiv bedrohten Nashörner ein – zunächst mit einem speziellen Erhaltungszuchtprojekt im Zoo Salzburg. Mittlerweile beteiligt sie sich aber auch an einem europaweiten wissenschaftlichen Artenschutzprojekt des renommierten Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin.

In Salzburg hatte dieses Engagement begonnen: Prof. Dr. Henning Wiesner war wegen seiner jahrzehntelangen, praktischen Erfahrung als Zooveterinär und Chef des Münchner Tierparks Hellabrunn von der Salzburger Zoodirektorin, Sabine Grebner, um wissenschaftliche, zoologische und tiermedizinische Beratung gebeten worden. Im Zuge dessen ging es auch um den bislang fehlenden Nashornnachwuchs in Salzburg. Bulle Athos zeigte keinerlei Interesse am weiblichen Geschlecht. Wiesner riet zur künstlichen Besamung und stellte vorbereitend dafür Haltung und Fütterung um. Die Besamung selbst wurde dann von einem Spezialistenteam des IZW (Prof. Dr. Thomas Hildebrandt, Dr. Frank Göritz, Dr. Robert Hermes) vorgenommen, das sich auf dieses Thema spezialisiert hat. Auf diese Weise bekam der Zoo Salzburg gleich zwei Jungtiere, die sich wunderbar entwickeln und zu den Lieblingen der Zoobe-
sucher geworden sind.

Daraus entwickelte sich die Idee, die In-Vitro-Fertilisation bei Nashörnern insgesamt zu unterstützen. Dabei geht es nicht nur um Besamung, sondern um künstliche Befruchtung, die bei Nashörnern noch in den Anfängen steckt, höchstwahrscheinlich aber die einzige Methode darstellt, manche Unterarten vor dem Aussterben zu bewahren und die genetische Vielfalt der einzelnen Arten zu erhalten. Einen großen Schritt konnte das IZW zusammen mit Henning Wiesner bereits in Salzburg gehen: Dort gelang es, bei der damals 33 Jahre alten Breitmaulnashornkuh Kifaru mit neu entwickelten Spezialgeräten einzelne Follikel zu finden. Das nächste Ziel ist nun, Follikel und Eizellen harmonisch zu stimulieren. Dadurch sollen nun auch bei anderen Nashörnern im In- und Ausland Eizellen gewonnen werden – ein Vorhaben, das die Akademie auch in Zukunft unterstützen wird.

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Die Akademie unterstützt als gemeinnütziger Verein Tier-, Natur- und Artenschutzprojekte weltweit und generiert sich aus Spenden, die steuerlich absetzbar sind. Wir wollen dadurch auch bedrohten und in Not geratenen Tieren helfen, die finanziell nicht abgesichert sind. F icon.svg

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Akademie für Zoo- und Wildtierschutz e.V.
Osserstr. 44
81679 München

Telefon 089 99 88 68 50
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